Günter Pichler
März 2026
Es musste wohl wieder ein wirklich „Wiener Quartett“ sein, welches sich mit der Musik dieser Stadt vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit notwendiger Qualität und Enthusiasmus auseinandersetzt. Ich halte das Auner Quartett für eines der authentischsten Streichquartette seiner Generation – ein Ensemble, welches sich mit Ernst und Begeisterung dem musikalischen Erbe Wiens widmet. Den Primarius, Daniel Auner, kenne ich musikalisch bereits seit seiner Studienzeit an der Wiener Musikuniversität.
Die außerordentlich gelungenen und progressiven Programmzusammenstellungen finde ich besonders bemerkenswert, indem sie das Publikum durch ihre verbale Vermittlung auch mit anspruchsvollen Werken ansprechen und, entgegen der allgemeinen Tendenz, erfolgreich in den Saal locken. Wir haben zusammen von Schubert bis Berg gearbeitet; es ist erfrischend zu sehen, dass sie nicht einfach die Interpretationen anderer Quartette kopieren, sondern eigene, durchdachte Interpretationen entwickeln. Ich bin von der Qualität, dem Enthusiasmus und traditionellen wienerischen Musikantentum dieses Ensembles überzeugt und kann das Auner Quartett als ein unverwechselbares, modernes Wiener Streichquartett nachdrücklich empfehlen.