Auner Quartett
Press

Reviews


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Empfehlungsschreiben

Günter Pichler

März 2026

Es musste wohl wieder ein wirklich „Wiener Quartett“ sein, welches sich mit der Musik dieser Stadt vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit notwendiger Qualität und Enthusiasmus auseinandersetzt. Ich halte das Auner Quartett für eines der authentischsten Streichquartette seiner Generation – ein Ensemble, welches sich mit Ernst und Begeisterung dem musikalischen Erbe Wiens widmet. Den Primarius, Daniel Auner, kenne ich musikalisch bereits seit seiner Studienzeit an der Wiener Musikuniversität.

Die außerordentlich gelungenen und progressiven Programmzusammenstellungen finde ich besonders bemerkenswert, indem sie das Publikum durch ihre verbale Vermittlung auch mit anspruchsvollen Werken ansprechen und, entgegen der allgemeinen Tendenz, erfolgreich in den Saal locken. Wir haben zusammen von Schubert bis Berg gearbeitet; es ist erfrischend zu sehen, dass sie nicht einfach die Interpretationen anderer Quartette kopieren, sondern eigene, durchdachte Interpretationen entwickeln. Ich bin von der Qualität, dem Enthusiasmus und traditionellen wienerischen Musikantentum dieses Ensembles überzeugt und kann das Auner Quartett als ein unverwechselbares, modernes Wiener Streichquartett nachdrücklich empfehlen.

OÖNachrichten

Von alten Göttinnen und Bach

Michael Wruss, 21. November 2025

Mit Ritualen ordnet der Mensch seine Welt. Was sie für die Musik, ihre Epochen, Darbietung und ihr Entstehen bedeutet, beleuchtete das renommierte Auner Quartett bei den Welser Abonnementkonzerten. Der Klangkörper lud zu einer Reise von der ältesten notierten Melodie bis zur Gegenwart.

Diese Hymne war der ideale Ausgangspunkt, um in die musikalischen Welten der Bregenzerin Johanna Doderer einzutauchen: Ihre Komposition „Ritus“ knüpft bei Bach an, ein beeindruckendes Werk. Es wurde u. a. von der neuen Komposition von Rainer Bischof ergänzt. So entwickelte sich ein dichtes Muster an fein abgeleiteten Klangfarben und ein faszinierender Quartettabend. Fazit: Ein großartiges Programm traf auf eine ebensolche Interpretation.

Pizzicato-Magazin

Romantische Reminiszenzen und Endzeitstimmung

Guy Engels, 15. Oktober 2021

Das Auner Quartett hat ein kluges, kohärentes Programm zusammengestellt, dessen Musik von Verlustängsten, von Existenzängsten, Sehnsüchten und innerer Zerrissenheit geprägt ist. Bei Alexander Zemlinsky ist es vor allem die Sehnsucht der schwindenden Spätromantik. Das Auner Quartett spielt sein Quartett Opus 4 mit einer feinen, ausgeklügelten Klangbalance in einem finalen Aufschwung von romantischer Leidenschaft, gepaart mit wunderbar lyrischem Schmelz.

Klanglich wesentlich kompakter gestaltet sich das 5. Quartett von Egon Wellesz, ein Ausdruck des innerlichen Aufruhrs. Das Auner Quartett packt zu, setzt diese Musik mit viel Intensität und Spannung in expressive Klänge und Emotionen um – eine Interpretation, die betroffen macht. Nicht minder ausdrucksstark gelingt Anton Weberns Langsamer Satz.

Pizzicato-Magazin

Versinkende Sonne

Uwe Krusch, 15. Oktober 2021

Mit den frühen Kompositionen von Webern und Zemlinsky bietet das Auner Quartett den Rahmen für das Werk von Wellesz, das den schon gereiften Komponisten zeigt. Das Ensemble hat sich in der noch überschaubaren Zeit seines Bestehens inzwischen eine feine Spielart angeeignet, die von einer mehr als zuverlässigen Technik eingefangen wurde. Mit sicherer Balance arrangieren sie das Miteinander der Stimmen zu einem fein gewobenen Stimmengeflecht, das die Werke in charmant unaufgeregter Art interpretiert.

Die Presse

Klarinettenquintette

Dr. Wilhelm Sinkovicz, 19. Juni 2018

Die Gattung Klarinettenquintett hat mit dem A-Dur-Quintett von Mozart begonnen, einem Juwel, mit dem sich zu messen kaum ein bedeutender Komponist wagte. Max Reger schuf – ebenfalls gegen Lebensende – ein wunderbares Klarinettenquintett, das Simon Reitmaier und das Wiener Auner-Quartett auf dieser hinreißend musizierten CD mit Mozarts Werk konfrontieren. Als Brücke das Quintett von Ernst Ludwig Leitner, das „Metamorphosen über Themen von W. A. Mozart“ heißt und Echos aus dem Vorbild zu einem faszinierenden klanglichen Vexierbild bündelt.

Ö1 DES CIS

Warum schon wieder Mozarts Klarinettenquintett?

Peter Kislinger, 30. November 2017

Schon nach wenigen Takten ist die Antwort parat: Der am Mozarteum Salzburg und an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien ausgebildete Simon Reitmaier und das Auner Quartett nehmen zunächst mit zu Herzen gehend phrasierten Kantilenen ein und überzeugen bei genauerem Hinhören mit tatsächlich Takt für Takt durchgearbeitetem Musizieren. Dynamik, Tempi, Ensemblespiel wie solistische Leistungen lassen keinen Wunsch offen.

Der neue Merker

Explosive „Verwandlungen“ mit dem Auner Quartett

Meinhard Rüdenauer, 6. April 2018

Ein junges Wiener Streichquartett, international bereits erfolgreich unterwegs, arbeitet sich mit akkurater Präzisionsarbeit an die Spitze heran: das Auner Quartett. Die engagierten Musiker um Primarius Daniel Auner zeigen Profil – mit Wiener Klassik wie moderner Kammermusik. Gestochen scharf modellierte das Auner Quartett Beethovens hier so kontrastierende Gefühlswelt heraus und bestätigte sich im Arnold Schönberg Center als ein zielorientiertes neues Wiener Ensemble mit breit gefächertem Repertoire, konzentriert auf dem richtigen Weg.