Auner Quartett
Das Ensemble

Auner Quartett


Daniel Auner Violine · Cristian Ruscior Violine · Georg Wimmer Viola · Konstantin Zelenin Violoncello

Es musste wohl wieder ein wirklich „Wiener Quartett“ sein, welches sich mit der Musik dieser Stadt vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit notwendiger Qualität und Enthusiasmus auseinandersetzt …

Günter Pichler, Alban Berg Quartett, über das Auner Quartett, Frühling 2026
Auner Quartett

Foto: Damián Posse

Benannt nach der Urgroßtante des ersten Geigers, der Wiener Geigerin und Komponistin Mary Dickenson-Auner, und gegründet 2013, hat es sich mittlerweile als eines der profiliertesten Ensembles seiner Generation in der internationalen Kammermusikszene etabliert. Das Ensemble gewann mehrere nationale und internationale Wettbewerbe, darunter 2018 den renommierten Eugène-Ysaÿe-Wettbewerb in Liège. Als erstes österreichisches Ensemble zierte es danach mit dem Titelzitat „Auner Quartett – The award-winning string quartet: a perfect musical match“ das Cover des Performing Arts Yearbook of Europe.

In der Saison 2020/21 wurde das Auner Quartett von einer Fachkommission des Außenministeriums zum Kulturbotschafter Österreichs ernannt (Teil des Förderprogramms „New Austrian Sound of Music“), woraufhin es regelmäßig in Kulturforen und Botschaften rund um den Globus konzertiert. Angelehnt an die historische Wiener Salonkultur initiierten die vier Musiker 2016 einen eigenen Kammermusikzyklus, der ab der Saison 2026/27 in den Sälen des Wiener Musikvereins stattfinden wird.

In dieser exklusiven Konzertreihe mit dem Titel „Jenseits vom tanzenden Wien“, in der auch Gäste wie Thomas Hampson und Wolfgang Böck auftreten, führt Primarius Daniel Auner mit persönlichen Moderationen durch das Programm. Der Titel spielt auf das Wien jenseits der Strauss’schen Tanzmusik an – auf jene „ernsten“ Komponisten im Umfeld von Mary Dickenson-Auner, die um einen Platz im Musikleben der Stadt rangen, unter dem NS-Regime verfolgt und vielfach ins Exil getrieben wurden, und deren Werk Wien nach 1945 erst allmählich zurückgewann. Auf diese Weise werden dem Publikum abwechslungsreiche Werke nicht nur präsentiert, sondern auch mit Hintergrundinformationen und Anekdoten erlebbar gemacht.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt neben der Musik von Mary Dickenson-Auner und Komponisten ihres Umkreises – etwa Arnold Schönberg und Alban Berg – auf neuer Musik, oftmals im Auftrag des Quartetts komponiert. Das Projekt „Cirque d’eau“, acht Kompositionen über österreichische Seen, wird derzeit mit der österreichischen Komponistin Johanna Doderer fertiggestellt und in verschiedenen Naturjuwelen Österreichs aufgenommen.

Seine musikalische Ausbildung erhielt das Auner Quartett in Wien: Das Ensemble studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien u. a. bei Johannes Meissl (Artis Quartett), war aber auch ausgewähltes Ensemble der European Chamber Music Academy (ECMA), wodurch es sein Repertoire an mehreren europäischen Musikuniversitäten erarbeitete. Künstlerische Impulse erhielten die Musiker zudem in Meisterkursen u. a. bei Hatto Beyerle und Günter Pichler (Alban Berg Quartett), Petr Prause (Talich Quartett), Alasdair Tait (Belcea Quartet), Patrick Jüdt sowie Mitgliedern des St. Lawrence String Quartet (USA).

Konzertreisen führten die vier Musiker zu renommierten Festivals und Konzertreihen in aller Welt, darunter das Ravenna Festival (Italien), das Cartagena Festival (Kolumbien), das Istanbul Music Festival (Türkei), die Schubertiade Sion (Schweiz) und das Richard-Strauss-Festival (Deutschland), sowie in Städte wie Berlin, Paris, London, Brüssel, Mailand, Prag, Budapest, New York, San Francisco, Rio de Janeiro, Kuwait und Cartagena. Als engagierte Musikvermittler sucht das Auner Quartett intensiv den Kontakt mit der jungen Generation. Im Rahmen der von Lars Vogt gegründeten Initiative „Rhapsody in School“ gastiert das Quartett regelmäßig in Schulklassen und erleichtert Kindern einen unvoreingenommenen ersten Zugang zur klassischen Musik. Auch mit Benefizkonzerten – etwa zugunsten der Ukraine-Hilfe von „Apotheker ohne Grenzen Österreich“, „Austrian Doctors“ oder der Diakonie Flüchtlingshilfe – sowie mit Workshops für Jugendorchester im Ausland übernimmt das Ensemble gesellschaftliche Verantwortung. Solche Projekte, teils in Zusammenarbeit mit dem Außenministerium, führten die Musiker bereits nach Peru, Brasilien, Mexiko, Belize und Südafrika.

Die CD mit Klarinettenquintetten von Mozart, Reger und Leitner (Gramola 2018, mit Simon Reitmeier) erhielt hervorragende Kritiken, und das Porträt-Album der österreichischen Komponistin Johanna Doderer (Capriccio 2019) dokumentierte die Vielseitigkeit des Quartetts. 2021 erschien „Versinkende Sonne“ (Gramola) mit Streichquartetten von Alexander von Zemlinsky, Egon Wellesz, Anton Webern und Fritz Kreisler; die im Auftrag der Österreichischen Nationalbank entstandene Einspielung wurde zur „Ö1-CD des Jahres 2022“ gekürt. Die jüngste Aufnahme „Ritus“ (2025) präsentiert ein vielfältiges Programm, darunter die erste Einspielung des ersten überlieferten Musikstücks der Menschheit, der „Hymne an Nikkal“ (ca. 1500 v. Chr.), sowie neue, dem Auner Quartett gewidmete Auftragswerke von Konstantia Gourzi, Johanna Doderer, Rainer Bischof und Ruben Zahra. Insgesamt sind vom Auner Quartett bereits zehn CD-Produktionen erschienen.

Das Quartett ist Botschafter der Wiener Saitenmanufaktur Thomastik-Infeld und erhält dadurch die schönsten Saiten für seine historischen Instrumente aus der Sammlung der Österreichischen Nationalbank, darunter „Elia“, eine Violine von G. B. Guadagnini (1752) und eine Bratsche von G. B. Ceruti, ergänzt durch private Leihgaben von Stiftungen mit Instrumenten von G. P. Maggini und G. Grancino. Ausgestattet wird das Ensemble von der Kleidermanufaktur Habsburg.

Die Musiker

Vier Stimmen, ein Klang

Daniel Auner

Daniel Auner

Violine

Daniel Auner ist seit seiner Jugend als Violinist international gefeiert und gleichzeitig tief in der reichen musikalischen Tradition seiner Heimatstadt Wien verwurzelt. Der vielfach ausgezeichnete „Meistergeiger“ (Die Presse), u. a. Gewinner des KlassikPreis Österreich und des Eugène-Ysaÿe-Wettbewerbs, konzertiert weltweit als Solist, Kammermusiker und Dirigent.

Als Primarius und Gründer des Auner Quartetts und Mitglied des Wiener Mozart Trios widmet er sich mit besonderer Leidenschaft der Kammermusik. Seit 2020 ist er Generalmusikdirektor des Mödlinger Symphonischen Orchesters. Er lehrt als Professor für Violine und Kammermusik in Wien und an der Sommerakademie der Universität Mozarteum Salzburg. Daniel Auner spielt auf einer Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus der Sammlung wertvoller Streichinstrumente der Österreichischen Nationalbank.

www.danielauner.com

Cristian Ruscior

Cristian Ruscior

Violine

Cristian Ruscior wurde 1992 in Rumänien geboren. Als Geigenlehrer war er drei Jahre lang an der Barenboim-Said Foundation, Ramallah tätig. Seit 2018 ist er Konzertmeister des Etihad Chamber Orchestras in Amman, Jordanien. Im Februar 2019 gewann er einen Zeitvertrag bei den Wiener Symphonikern, im März desselben Jahres wurde er Primarius des Marc Aurel Quartetts.

Im November 2021 gewann er das Probespiel im Bühnenorchester der Wiener Staatsoper; seitdem wirkt er auch im Orchester der Wiener Philharmoniker mit. Ruscior studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Marina Sorokowa und Prof. Leonid Sorokow. Er ist unter anderem Preisträger des Internationalen Violinwettbewerbs Gorizia.

Georg Wimmer

Georg Wimmer

Viola

Georg Wimmer wurde 1982 in Lambach, Oberösterreich, geboren. Studienbeginn 1995 bei Prof. Jürgen Geise am Mozarteum Salzburg, nach zwei Jahren Wechsel zu Prof. Alfred Staar an das Brucknerkonservatorium Linz. Ab 2001 ordentlicher Hörer der Konzertfachklasse bei o. Univ.-Prof. Günter Pichler an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Seit Herbst 2004 Substitut der Wiener Staatsoper/Wiener Philharmoniker, ab der Saison 2006/07 Zeitverträge beim Bühnenorchester der Wiener Staatsoper sowie bis Mai 2026 in der Primgruppe im Orchester der Wiener Staatsoper. Nach erfolgreichem Probespiel im Jänner 2026 ist Georg Wimmer seit Mai 2026 Mitglied der Bratschengruppe des ORF RSO Wien.

Konstantin Zelenin

Konstantin Zelenin

Violoncello

Konstantin Zelenin, geboren 1983 in Minsk, erhielt im Alter von sechs Jahren seinen ersten Violoncellounterricht und entstammt der traditionsreichen russischen Celloschule. Seine Ausbildung absolvierte er am musikalischen Gymnasium in Minsk, am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium bei Prof. Natalia Schakhovskaya sowie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien bei Prof. Natalia Gutman.

Er ist dreifacher Stipendiat der „Special Foundation by the President of the Republic of Belarus for Talented Youth“ und Preisträger internationaler Wettbewerbe, darunter der Grand Prix beim Wettbewerb „Arts of XXI Century“ in Kiew. Er ist Gründungsmitglied des Auner Quartetts. Seit 2016 unterrichtet er in Wien an verschiedenen Konservatorien und Institutionen.

Foto: Damián Posse

Die Instrumente

Die Violine des Primarius

Alle vier Musiker spielen auf historischen Instrumenten aus der Sammlung der Oesterreichischen Nationalbank und aus privaten Stiftungen. Zwei Violinen von Daniel Auner haben eine eigene Geschichte.

Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank

Giovanni Battista Guadagnini, Mailand

Im Regelfall spielt Daniel Auner eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini, eine Dauerleihgabe aus der Sammlung historischer Streichinstrumente der Oesterreichischen Nationalbank. Der Druckzettel nennt Mailand, die letzten beiden Ziffern der Jahreszahl sind unleserlich; die OeNB datiert das Instrument auf 1751–1753. Guadagnini hatte zu dieser Zeit seinen charakteristischen Stil vollendet.

Es ist ein mittelhoch gewölbtes Modell von sehr ausgeglichenen Proportionen; über goldgelbem Grund liegt ein rötlicher Farblack. Der späteste Jahresring der Decke konnte auf 1731 datiert werden. Die Nationalbank beschreibt das Instrument als klanglich hervorragend und in sehr gutem Erhaltungszustand.

Das Instrument in der Sammlung der OeNB

Aus dem Nachlass Mary Dickenson-Auners

Die Fisselthaler-Violine

Für die Werke Mary Dickenson-Auners wechselt er das Instrument und spielt auf ihrer eigenen Violine — im ersten Konzert des Zyklus etwa ihr Streichquartett Nr. 4. Äußerlich ist es eine deutsche Manufakturgeige mit einem Materialwert von weniger als hundert Euro — der Klang aber entspricht weit teureren Instrumenten, und niemand kann bis heute erklären, warum.

Der Name geht auf Karl Fisselthaler zurück, den die Komponistin in ihren Erinnerungen als geheimnisvollen „Klangveredler“ beschreibt. Was er mit den Geigen machte, hielt er streng geheim; das Verfahren ging mit seinem Tod verloren. Der Geigenbauer Hermann Löschberger, der das Instrument restaurierte, fand keine sichtbaren Eingriffe.

Unterstützt von

OeNB Österreichische NationalbankThomastik-Infeld ViennaKleidermanufaktur Habsburg

Das Auner Quartett wird von der OeNB Österreichische Nationalbank, der Kleidermanufaktur Habsburg und dem Wiener Saitenhersteller Thomastik-Infeld unterstützt.